ONLINE Sonderveranstaltung 30 Jahre Gesamtberliner Polizei

Datum: 06.11.2020 ONLINE Sonderveranstaltung 30 Jahre Gesamtberliner Polizei

Eine Filmreihe von Ute Novakovic

Bereits am 1. Oktober 1990 wurde die Polizeihoheit für Gesamtberlin dem West-Berliner Polizeipräsidium unter dem Polizeipräsidenten Georg Schertz übertragen. Nun durfte zusammenwachsen, was zusammengehört, sich aber vorher feindlich – durchaus auch als Gegner im militärischen Sinne – gegenüberstand. Von Vorteil war, Ost- und West-Polizistinnen und Polizisten gleich auf Tuchfühlung gehen konnten und mussten, Dienststellen, Büros und Streifenwagen wurden gemeinsam besetzt, Strafermittlungsverfahren gemeinsam geführt. Die Mauer im Kopf war schneller abgebaut, als im Straßenbild häufig anzutreffen war.
Die Zusammenführung der Polizei der DDR und von West-Berlin wurde in der Vergangenheit bereits aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Nun kommen die Beteiligten von damals zu Wort. Die Polizeihistorische Sammlung hat über ein Jahr lang Polizeibeamte aus Ost und West interviewt und sie gefragt: wie ging es dir/euch am 9. November 1989, am 3. Oktober 1990 und wie hast du das Zusammenwachsen erlebt? Welche kulturellen Unterschiede gab es, was waren die Gemeinsamkeiten, was waren die Hürden? Und wie sieht deine persönliche Bilanz heute dazu aus?
In einer Sonderausstellung anlässlich 30 Jahre Wiedervereinigung werden in zwölf Dokumentationen die Interviews zu verschiedenen Themenkomplexen zu sehen sein, Berichte aus einer turbulenten Zeit, die im Begriffe ist, Vergangenheit zu werden.

Die begleitenden Abendveranstaltungen sind derzeit wegen der Pandemie ausgesetzt. Dr. Jens Dobler

Dokumentationen

„Wenn nur einer die Nerven verloren hätte

„Wenn nur einer die Nerven verloren hätte…“ - Volkspolizisten im Herbst 89

Die Gethsemanekirche in Berlin- Prenzlauer Berg wurde im Herbst 1989 zum Ort des Widerstandes gegen die SED Diktatur und zum Symbol der sogenannten „Friedlichen Revolution“. Im Herbst 1989, der Zeit des Umbruchs, versahen auch viele Volkspolizisten ihren Dienst an diesem Ort. Einer von ihnen war Michael Thurow (2019 verstorben). Er wandte sich 1991 an die Gemeinde der Gethsemanekirche, übergab seine Diensttagebücher von damals und war bereit, Einblick zu gewähren. Was ihn und viele seiner Kollegen bewegte, davon handelt dieser Film.

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„Kneif mich mal

„Kneif mich mal“ - Die Polizei am 9. November 1989

Am 9. November 1989 öffnete sich die Mauer. Tausende Menschen strömten an die Grenzübergangsstellen und überquerten die Demarkationslinie, die jahrzehntelang Ost und West trennte. Polizisten auf beiden Seiten wurden sogleich gefordert, um diese außergewöhnliche Lage zu bewältigen. Für die Genossen der Volkspolizei trat mit der Maueröffnung ein Ereignis ein, welches unmöglich schien. Nichts wird mehr so sein, wie vorher. Während tausende von Bürgern ausgelassen feierten, sahen viele von ihnen der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen.

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„Was wird das jetzt … ?“ - Die Zeit zwischen Mauerfall und Deutscher Einheit

Die Mauer ist gefallen. Ungehindert können sich die Menschen zwischen Ost und West bewegen. Noch gibt es zwei deutschen Staaten mit ihren Rechtssystemen. Doch wie stark können ein Staat und damit auch seine Polizei noch sein, den es bald nicht mehr gibt? Die Zeit zwischen dem Mauerfall und dem 3. Oktober 1990 ist auch von Unsicherheit gekennzeichnet. „Was wird das jetzt?“

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„Wir sind auf Menschen gestoßen“ - Zwei Polizeien vereinigen sich

„Das Prinzip der Durchmischung“ sollte gelten, wenn sich beide deutschen Staaten und auch zwei Polizeiorganisationen am 03. Oktober 1990 vereinigen. Westberliner Polizisten nahmen ihren Dienst auf Ostberliner Revieren auf. Volkspolizisten wechselten auf Dienststellen in Westberlin. In den nun gemischten Funkwagen und Büros trafen zwei Welten aufeinander. Vor wenigen Monaten bezeichnete man sich gegenseitig noch als Klassenfeind. Begriffe wie „Willkommenskultur“ und „Diversity- Management“ waren damals noch unbekannt und trotzdem ist vieles gelungen.

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„Gaucken und Auskleiden“ - Umgang mit der Vergangenheit

Alle ehemaligen Angehörigen der Volkspolizei mussten sich einer Überprüfung durch die sogenannte „Gauck- Behörde“ (heute: Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik - BStU) unterziehen. Es sollten nur Polizisten übernommen werden, die nicht für die Staatssicherheit gearbeitet haben. Nach Aktenlage wurde geprüft, aber auch entschieden! Einige ehemaligen Volkspolizisten wurden entlassen. Doch was genau bedeutet es, für die Staatssicherheit gearbeitet zu haben. Reicht es schon aus, wenn- wie damals oft obligatorisch- ein Bericht an das MfS geleitet wurde? Wie differenziert wurden die Aktennotizen bewertet? Unsicherheit und sich gegenseitig Misstrauen waren eine Zeitlang die Folge der Vergangenheitsbewältigung.

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„Krawatten binden für den Klassenfeind“

„Krawatten binden für den Klassenfeind“ - Der Uniformwechsel nach der Vereinigung

Das Ablegen der Uniform war für viele ehemaligen Volkspolizisten auch Abschied von ihrer Vergangenheit, in der sie einer Polizei gedient haben, die es nun nicht mehr gab. Der Wechsel in die Uniform der Westberliner Polizei erleichterte das Ankommen in der Gesamtberliner Polizei, auch wenn viele den Krawattenknoten erst erlernen mussten.

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“Diebstahl ist doch in jedem Land verboten..." - Neue Zeit und neue Gesetze
Die Umschulung der Volkspolizisten

Die Umschulung der Volkspolizisten Nach der Vereinigung mussten alle ehemaligen Volkspolizisten ausgebildet werden. Es galt, ein neues Rechtsverständnis zu erwerben und zu verstehen. Für viele eine Herausforderung. So mussten viele wieder die Schulbank drücken und Prüfungen bestehen. Durchfallen bedeutet Entlassung.

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„Polizeiruf 110“ trifft auf „Tatort“

„Polizeiruf 110“ trifft auf „Tatort“ - Die Vereinigung bei der Kriminalpolizei

Auch in den Kommissariaten bei der Kripo wurde das Personal durchmischt. Ein „Sich kennenlernen“ und „Voneinander lernen“ begann.

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„Jahreszeiten einer Ehe

„Jahreszeiten einer Ehe“ (Teil 1) - Hochzeitstermin und Mitgift

Am 3. Oktober beginnt nach kurzer Verlobungszeit die arrangierte Ehe zweier Polizeiorganisationen. Anders als in allen Flächenländern springen die Brautleute sogleich gemeinsam ins kalte Wasser und müssen sich erst richtig kennenlernen. Doch die Liebe kommt mit der Zeit…

Um Sicherheit und Ordnung anlässlich der Einheitsfeierlichkeiten am 3.10.1990 zu gewährleisten, geht die einheitliche Polizeiführung auf die Westberliner Polizei bereits am 1.10.1990 über, ein vorgezogener Hochzeitstermin. In den Monaten zuvor wird die „Mitgift“ begutachtet. Hartmut Ziep gehört damals der Delegation von Westberliner Polizisten an, die den Fuhrpark der Volkspolizei am Standort Basdorf begutachtet. Die „Braut“, die sich nun für ihre Vergangenheit schämt, zeigt dem ehemaligen Klassenfeind ihr Hab und Gut, sodass über eine mögliche Übernahme in den gemeinsamen Haushalt entschieden werden kann.

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„Jahreszeiten einer Ehe

„Jahreszeiten einer Ehe“ (Teil 2) - Honigmond

Am 3. Oktober beginnt nach kurzer Verlobungszeit die arrangierte Ehe zweier Polizeiorganisationen. Anders als in allen Flächenländern springen die Brautleute sogleich gemeinsam ins kalte Wasser und müssen sich erst richtig kennenlernen. Doch die Liebe kommt mit der Zeit…

Die Hochzeitsreise beginnt. Auf den Berliner Polizeidienststellen steigen die jungen Eheleute in gemischten Teams in die Funk- und Dienstwagen. „Wir übernehmen hier!“- ist zwar zutreffend, jedoch unromantisch aus Sicht der verängstigten Braut.

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„Jahreszeiten einer Ehe

„Jahreszeiten einer Ehe“ (Teil 3) - Die Liebe kommt mit der Zeit

Am 3. Oktober beginnt nach kurzer Verlobungszeit die arrangierte Ehe zweier Polizeiorganisationen. Anders als in allen Flächenländern springen die Brautleute sogleich gemeinsam ins kalte Wasser und müssen sich erst richtig kennenlernen. Doch die Liebe kommt mit der Zeit…
Noch ist man sich fremd. Doch, wenn man über Stunden gemeinsam im Funkwagen sitzt, beginnt es zu menscheln. Auch in arrangierten Ehen kann die Liebe mit der Zeit kommen.

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NEU: „Der gemeinsame Haushalt

„Der gemeinsame Haushalt“ (Teil 1) - Was der eine nicht hat, hat der andere

Nach dem Honigmond beginnt der Alltag. Bei der Gründung des neuen gemeinsamen Hausstandes wird die Mitgift betrachtet. Was kann man im neuen Heim gut gebrauchen und wie geht man damit um? Letztendlich werden Lada, Wartburg, Barkas, Makarov, Erika- Schreibmaschine und der „sprechende Stein“ durch VW- Bus, Sig Sauer, Olympia- Schreibmaschine, 2- und 4 Meter Funkgeräte ersetzt.

Ab 3. Oktober 0.00 Uhr wird auf allen Polizeidienststellen Berlins nach den Methoden der Westberliner Polizei gearbeitet. Doch überall fehlt es an Ausstattung. Nachts fahren die Kollegen auf Westberliner Polizeiabschnitte, um mal „Hallo“ zu sagen. Und- schwups- fehlen dort einige Formulare, die „drüben“ gebraucht werden. Und, wie fährt sich ein Automatik-Auto und warum lässt sich der Fahrersitz des Ladas nicht verstellen?

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NEU: „Der gemeinsame Haushalt

„Der gemeinsame Haushalt“ (Teil 2) - So hat man sich verstanden

Nach dem Honigmond beginnt der Alltag. Bei der Gründung des neuen gemeinsamen Hausstandes wird die Mitgift betrachtet. Was kann man im neuen Heim gut gebrauchen und wie geht man damit um? Letztendlich werden Lada, Wartburg, Barkas, Makarov, Erika- Schreibmaschine und der „sprechende Stein“ durch VW- Bus, Sig Sauer, Olympia- Schreibmaschine, 2- und 4 Meter Funkgeräte ersetzt.

Polizisten müssen telefonieren und funken. Doch, wie bedient man diesen „sprechenden Stein“? „In Marzahn anzurufen ist sinnlos, da kann man auch gleich das Fenster aufmachen und denen was zurufen.“ Also setzen sich die Westberliner Kollegen ins Auto und fahren „rüber“ in den Osten. Kennenlernen müssen sie ihr neues Terrain ohnehin und... es gibt in den Ostberliner Kantinen „Broiler“ für wenig Geld.

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NEU: „Der gemeinsame Haushalt

„Der gemeinsame Haushalt“ (Teil 3) - Die Liebe geht durch den Magen

Nach dem Honigmond beginnt der Alltag. Bei der Gründung des neuen gemeinsamen Hausstandes wird die Mitgift betrachtet. Was kann man im neuen Heim gut gebrauchen und wie geht man damit um? Letztendlich werden Lada, Wartburg, Barkas, Makarov, Erika- Schreibmaschine und der „sprechende Stein“ durch VW- Bus, Sig Sauer, Olympia- Schreibmaschine, 2- und 4 Meter Funkgeräte ersetzt.

Kulinarisch beginnt der Ehealltag mit einigen Missverständnissen. „Ich esse immer scharf“. Der ehemalige VoPo kippt sich die rote Soße auf den Reis und ringt danach um Luft. Der Westberliner Polizist bestellt in der Ostkantine „Jägerschnitzel“ und ist enttäuscht über die panierten Jagdwurstscheiben. Und auch die Soljanka ist nicht jedermanns Sache.

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NEU: „Der gemeinsame Haushalt

„Der gemeinsame Haushalt“ (Teil 4) - Das war ungerecht

Nach dem Honigmond beginnt der Alltag. Bei der Gründung des neuen gemeinsamen Hausstandes wird die Mitgift betrachtet. Was kann man im neuen Heim gut gebrauchen und wie geht man damit um? Letztendlich werden Lada, Wartburg, Barkas, Makarov, Erika- Schreibmaschine und der „sprechende Stein“ durch VW- Bus, Sig Sauer, Olympia- Schreibmaschine, 2- und 4 Meter Funkgeräte ersetzt.

„Gleiches Geld für gleiche Arbeit“- so ist es viele Jahre nicht. Auch nachdem die meisten ehemaligen Volkspolizisten ihre Umschulung erfolgreich abgeschlossen haben und denselben Job machen, wie die Westberliner Kollegen, mit denen sie gemeinsam im Funkwagen sitzen, werden die Kollegen Ost schlechter bezahlt. Man hilft sich mit „Rotationen“ und schickt die VoPo ins fremde Spandau oder das Märkische Viertel, damit sie nach einem Jahr Anspruch auf das 100% ige Gehalt haben.

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Neue Dokumentationen

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