21. Mai 2005 Arno Hecht: Schusswaffen waren sein Leben




Geboren 1921 und aufgewachsen im Berliner Bezirk Neukölln erlernte Arno Hecht zunächst den Beruf des Büchsenmachers. Nach relativ kurzer Zeit legte er die Prüfung zum Büchsenmachermeister ab.

Im März 1946 begann Arno Hecht seinen Dienst bei der Berliner Schutzpolizei. Ab November 1947 konnte er dann bei der Kriminalpolizei sein waffentechnisches Know-how zur Überführung von Straftätern einbringen. Er übernahm die Leitung der Schusswaffen-Untersuchung in der Dircksenstraße, noch im damaligen Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Erst viele Jahre später wurde die Fachdienststelle nach Schöneberg verlegt, und zwar in die Gothaer Straße.

Als langjähriger Sachverständiger für Schusswaffen und Munition in der Polizeitechnischen Untersuchungsstelle (PTU) erwarb er sich nicht nur national, sondern auch international höchste Anerkennung. Hechts sachliche und fundierte Gutachten wurden von Richten, Staatsanwälten und Verteidigern gleichermaßen geschätzt. Selbst der damalige Strafverteidiger Otto Schily vermochte es nicht, Hechts Gutachten zu untergraben. Der gute Ruf von Arno Hecht drang sogar bis nach Dubai, wo er zu einer Waffensachverständigen-Lehrtätigkeit herangezogen wurde. Auch dem Federal Buero of Investigation (FBI) stand er mit Rat und Tat zur Seite.

Aufgrund der strengen alliierten Waffenrechtsbestimmungen in West-Berlin musste Hecht sogar bei Filmaufnahmen anwesend sein, bei denen geschossen wird. So verhalf er indirekt manchem Edgar-Wallace Streifen zu besonderer Spannung. Zum Beispiel bewahrt "Blacky" Fuchsberger in einer Folge eine junge Frau vor einem Schlangenbiss, indem er für den Zuschauer erkennbar die Schlange erschießt. Der Schuss war echt und die Schlange wurde tatsächlich erschossen, nur nicht von Fuchsberger, sondern in Wirklichkeit von dem Waffenexperten Arno Hecht. Als der Tierschutzverband von der Verfahrensweise der Schlangentötung Kenntnis erhielt, hatte die Geschichte noch ein Nachspiel.

Der Filmproduzent, der Verkäufer der Schlange, und Arno Hecht bekamen eine An-zeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Der Vorfall konnte durch viele Erklärungen abgeschwächt werden und die Anzeige wurde letztendlich zurückgezogen.

Als Arno Hecht 1981 als Erster Kriminalhauptkommissar in Pension ging, erhielt er aus den Händen des damaligen Polizeipräsidenten Klaus Hübner als Abschiedsgeschenk eine Pistole Walther PPK. Das besondere an dieser Pistole ist die Seriennummer, die mit den Ziffern …007 endet. Eine Anspielung auf den Geheimagenten James Bond. Wer Hecht jedoch kennt, weiß, dass er nicht die draufgängerische Art des Agenten 007 besaß, sondern eher zurückhaltend und besonnen agierte.

Arno Hecht ist nach seiner Pensionierung seinem Beruf, den er auch als sein Hobby bezeichnete, nicht untreu geworden. Als öffentlich bestellter und vereidigter Waffen-sachverständiger der Industrie- und Handelskammer konnte er noch so manch schwierigen Fall lösen. Auch zeigte sich Arno Hecht als aktives Mitglied in vielen Waffenverbänden bis zuletzt für alles Neue in der Waffen- und Munitionstechnik stark interessiert.

Nach einer langen und schweren Krankheit starb Arno Hecht am 21. Mai 2005 im Alter von 84 Jahren. Die Urnenbeisetzung fand auf dem Städtischen Friedhof am Koppelweg 10 in Berlin-Britz statt.

Bildnachweis(e):

Aus dem Archiv der Polizeihistorischen Sammlung Berlin

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